Ich habe mir die letzten Tage und Wochen immer wieder Gedanken zur besseren Ordnung meiner Rücklagen gemacht. Bisher habe ich zwar gerade bei meinen vermieteten Objekten immer einen positiven Cashflow erwirtschaftet, aber ich habe das Geld nie gesondert auf die Seite gelegt.

Gemerkt hatte ich das im April diesen Jahres, als ich für meine zweite Wohnung ein Sonderumlage leisten sollte bzw. zuerst zu einem außerordentlichen Termin von der Hausverwaltung eingeladen wurde. Hintergrund war der geringe Anteil an Rücklagen für das ganze Haus und die damit verbundene Modernisierung der kompletten Hausfassade. Dass dies anstehen wird, war mir beim Kauf der Wohnung bewusst und ich hatte dies auch bei meiner Kalkulation mit einbezogen. Dies war für mich allerdings ein kleiner Aufhänger, dass jederzeit etwas bei den Wohnungen sein kann und man deshalb eine gewisse Rücklage immer parate haben sollte.

Ich habe zwar auf einem Tagesgeldkonto immer Geld geparkt, welches für Notfälle zur Verfügung steht, allerdings war dieses Geld immer für meine persönliche Situation gedacht. Zusätzlich konnte ich die Sonderumlage, welche auf 3 Monate aufgeteilt wurde, durch meine monatlich frei zur Verfügung stehenden Gelder verwenden. Dennoch sinnvoll wäre aus dem Cashflow monatlich einen kleinen Betrag auf ein gesondertes Konto umzubuchen, um so ein paar tausend Euro für die Objekte zur Verfügung zu haben.

Dies würde aus meiner Sicht folgende Vorteile bringen:

  1. Falls eine Reparatur, Renovierung oder auch eine weitere Sonderumlage ansteht, kann es aus diesem Geldbetrag verwendet werden
  2. Falls eine Wohnung mal leer steht, könnte ich damit vorübergehend die Kosten, Zinsen und Tilgungen übernehmen
  3. Ab einem entsprechenden Betrag kann ich damit die Nebenkosten für eine weitere Immobilie bezahlen und den Schneeball weiter ins Rollen bringen. Alternativ kann ich in weitere Dividendenzahler investieren, die wiederum meine Rücklagen aufstocken

Nun aber zum Plan, um auch nicht unnötig Geld auf einem zinslosen Konto zu parken und die Inflation gewinnen zu lassen. Start wird Januar 2021 sein, der Dauerauftrag wird entsprechend vorbereitet.

Bei jeder Wohnung zahlt man über die Hausverwaltung bereits in eine Rücklage ein, daher werde ich den Betrag nicht allzu hoch ansetzen und muss nicht grundsätzlich für Renovierungen an den Gebäudeteilen, die sich im Gemeinschaftseigentum befinden vorsorgen. Ich habe daher überlegt, ich orientiere mich an den Größen der beiden Wohnungen und setze 1 Euro pro Quadratmeter an.

ETW 1 ist 66 qm groß und ETW 2 ist 64 qm groß

Das bedeutet ab Januar 2021 werde ich auf mein 2. Tagesgeldkonto bei der ING, wo ich auch ein 2. Depot besitze, die Beträge einzahlen. Schaut hier mal rein, als kleine Empfehlung, denn die ING bietet kostenlose ETF-Sparpläne an.

Insgesamt werde ich somit zukünftig bei 130 qm = 130 Euro pro Monat auf das Konto umbuchen und mir so weitere Rücklagen aufbauen. Die große Frage nun, welcher Betrag ist nicht zu viel bzw. an wann werde ich damit dann auch investieren. Ich denke die nächsten 3 Jahre werde ich das mal laufen lassen. Dann habe ich 4.500 – 5.000 Euro so auf die Seite gelegt. Die weiteren Zahlungen können dann direkt als Sparplan fungieren, welcher mir dann weitere Ausschüttungen abwirft.

Mein Plan zum Aufbau von Rücklagen bei den Kapitalanlageobjekten. Dieser Betrag kann ansonsten auch als Sondertilgung irgendwann dienen.

5 Kommentare zu „Neuordnung meiner Rücklagen bei den Kapitalanlageobjekten

  1. Hallo Chris,

    ein guter Beitrag und ebenso ein wichtiger Hinweis für alle Anleger.
    So etwas kann nicht nur bei Immobilien passieren dass man längerfristige Vorsorgen und Rücklagen beiseite legen sollte.
    Mir wurde es bewusst als ich erstmal mit Degiro ein ausländisches Depot hatte. Für Dividenden- und Aktiengewinne wurden die Kapitalertragssteuer erst im Folgejahr berechnet. Mit der Einkommensteuererklärung wird das komplette Steuerjahr und dann gleich ein Teil des aktuellen und kalkulierten Kalenderjahres fällig.

    Wäre klar und logisch, trotzdem war ich beim ersten mal überrascht wieviel der Finanzminister dann gleich für 1,5 Jahre und 27,5% der Bruttosumme in Österreich verlangte 🥴

    Schöne Feiertage 🎄

    Viele Grüße
    Christian

    Gefällt 1 Person

    1. Danke dir, Christian.
      Daran hatte ich als deutscher Anleger gar nicht gedacht. Bei uns wird meist die Kapitalertragsteuer direkt abgezogen. Relevant wird das Thema allerdings bei der Steuer auf die Mieteinkünfte.

      Einen schönen 3. Advent dir und weiterhin beste Gesundheit 🙂
      Chris

      Gefällt 1 Person

    2. Hi Christian,
      Von Österreicher zu Österreicher würde ich Dir einen Broker empfehlen, der die Steuerfragen gleich direkt erledigt und Dir den Weg über die ESt-Erklärung erspart 😉 Macht zwar Deine Steuerlast nicht geringer, ist aber einfacher und spart Dir auch die Cashflow-Problematik.
      Bei Interesse schau Dir mal folgenden Blogbeitrag zum Thema Depotwechsel in Österreich an: https://meinefinanziellefreiheit.com/2019/02/14/depotwechsel/
      Viele Grüße
      Lukas

      Gefällt 2 Personen

  2. Hallo Chris,
    Du erwähnst einen Aspekt, den ich durchaus problematisch sehe: Du schaffst mit dieser Rücklage einen weiteren Geldtopf (neben Deinem privaten Notfallfonds), der zinslos dahinsiecht…
    Ist diese Rücklage denn wirklich erforderlich? Einerseits bildet die Verwaltung des Hauses für die Hausgemeinschaft bereits eine Rücklage. Andererseits schreibst Du selbst, dass Du die Reparatur sogar aus dem laufenden CF bedienen kannst. Sobald Du mehrere Immobilien hast und ein gewisses Maß an Diversifikation erreicht hast, erübrigt sich eine derartige Rücklage definitiv. Im Fall des Falles könntest Du immer noch auf Deinen privaten Notfallfonds zugreifen.
    Vielleicht hast Du mehr Risiko-Aversion als ich, doch verzichte ich bei meinen Immobilieninvestments auf derartige Zusatzrücklagen.
    Viele Grüße
    Lukas

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Lukas,
      lieber bin ich im Moment ein wenig vorsichtiger und erhöhe somit meinen Notfallsfonds, anstatt dass ich in der Zukunft einmal ein Problem bei einer Sonderumlage haben sollte oder dass eine unvorhergesehene Erneuerung der Küche oder des Bades kommt, falls ein Mieter einmal kündigt und die Wohnung verlässt. Du hast Recht, dass ich meinen „Notfallsfonds“ auch noch habe, aber der ist hoffentlich auch für eine eigengenutzte Immobilie zum Einsatz 🙂
      Eventuell werde ich aber den Betrag noch runtersetzen, dass nur 100 Euro hier monatlich auf die Seite geschafft werden. Das sollte normalerweise auch ausreichen.

      Danke dir für deinen Kommentar. Bei wie viel Immobilien stehst du aktuell?
      Viele Grüße
      Chris

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