Bankenregulierung – Basel III

In den letzten Jahrzehnten haben Banken ihren sauberen Ruf verloren, es wurde gezockt, Steuern hinterzogen und auch zu hohe Risiken eingegangen. Das klassische Geschäft von Banken mit Zahlungsverkehr, Spar- und Kreditgeschäft ist in die 2. Reihe verdrängt worden. Es wurden deutlich lukrativere Sparten entdeckt. Dann kam 2007 und das Kartenhaus drohte einzustürzen, Banken mussten gerettet werden und überall wurde es lauter, die Banken müssen besser reguliert werden.

Der Basler Ausschuss der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zur Regulierung von Banken tritt zusammen und setzte eine neue Reform bei der Eigenkapitalstruktur und Liquiditätsstruktur der Banken an. Doch die Geschichte von „Basel III“ reicht viel weiter zurück. Die Gründung des Basler Ausschuss erfolgte bereits 1974. Der Ursprung erfolgte dann in den 90er Jahren, hier wurde eine Vereinbarung zum Eigenkapital bei Banken unterzeichnet – die Geburt von Basler I.

Anlass waren Sorgen, dass das Eigenkapital wichtiger Großbanken auf ein bedenklich niedriges Niveau gefallen war. Eigenkapital dient Banken in Notsituationen dazu, Verluste abzufedern und sie so zahlungsfähig zu halten – schlussendlich also als Rettung vor einer Insolvenz. In neuer Form trat das Basler Abkommen für Europa unter dem Namen Basel II im Jahr 2007 in Kraft – also vor der großen Finanz- und Wirtschaftskrise. Schließlich beschloss die für die internationale Bankenaufsicht zuständige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich 2010 nach einer Entscheidung der G20-Staaten das nun in Rede stehende Abkommen Basel III.

Im Kern geht es noch immer in erster Linie um das Eigenkapital von Banken. Denn die Krise hatte es mit sich gebracht, dass internationale Banken durch Steuergelder vor dem Kollaps gerettet werden mussten. Auch in jüngster Vergangenheit mussten Staaten Banken beispringen – etwa Italien bei der Krise der Bank Monte dei Paschi die Siena. Einer der Streitpunkte bei der Novelle der Bankenregulierung war, inwieweit Banken durch eigene, also interne Modelle ihre Risiken bewerten, also berechnen dürfen. Das führt dazu, dass von außen betrachtet gleiche Risiken bei unterschiedlichen Banken unterschiedlich bewertet werden können. Mit Basel III sollen diese Bewertungsmodelle stärker vergleichbar sein.

Zusätzlich wurde eine Verschuldungsquote eingeführt – Leverage Ratio. Diese soll dazu beitragen, dass der Bankensektor nicht überschuldet und somit das Risiko eines erhöhten Schuldenaufbaus gesenkt wird. Ergänzend dazu wurde eine Liquididätsquote namens Liquid Covered Ratio (LCR) geschaffen. Wichtig hierbei, die Banken sollen immer genügend flüssige Mittel vorliegen haben, welche auch in Krisenzeiten verkäuflich sind. Der Hintergrund hierbei, es sollen Mittelablüsse kompensiert werden können. Gerade in Krisenzeiten heben die Kunden ihr erspartes Geld ab und dies soll Banken nicht in Schwierigkeiten bringen. Gerade in der Griechenland-Krise wurde gezeigt, dass Banken jedem Bürger nur einen geringen Betrag pro Tag an Bargeld herausgeben konnten. Die LCR soll zukünftig durch eine strukturelle Liquiditätsquote (NSFR) abgelöst werden.

Im Kern der Reform steht das Ziel einer Balance zwischen einem stabileren Finanzsystem und der Vermeidung einer Kreditverknappung, außerdem die Begrenzung und Reduzierung der Haftung der öffentlichen Hand und der Steuerzahler.

Banken haben nun die Herausforderung genügend Eigenkapital vorzuhalten und dies auch über die gesetzliche Regelung hinaus, um entsprechend Sicherheit gegenüber ihren Kunden auszustrahlen. Auf der anderen Seite ist das Eigenkapital natürlich Geld der Aktionäre, welche eine entsprechende Verzinsung wünschen. Dies ist noch der Spagat zwischen Geld verdienen und Geld vorhalten.

In diesem Zusammenhang möchte ich in der Zukunft noch einen Artikel über die Berechnung des Eigenkapitals schreiben, wie sich die Höhe errechnet und welche Arten von Eigenkapital es für Banken gibt. Ein spannendes Thema und gerade für Banken eine von vielen Herausforderungen, um in Zukunft auch konkurrenzfähig gegenüber den Fintechs und Startups zu sein.

Ein erstes Buch auch zum Einlesen: Basel III in der Unternehmenspraxis – Gerade deswegen sind für mich Banken immer noch ein gutes Argument für die Geldanlage, aber nicht mehr jede Bank!

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