Rezession – doch was ist das überhaupt?

Aktuell liest man an allen Ecken und Enden das Wort „Rezession“ und es wird damit der Rückgang der Börsen erklärt. Doch haben wir bereits eine Rezession, was ist überhaupt eine Rezession und welche Auswirkungen hat diese?

Kurz vorab, hierüber könnte man einen riesen Beitrag verfassen oder sogar fast ein Buch schreiben. Das habe ich allerdings nicht vor und möchte das Thema daher nur ein Stück weit anreißen und einen Eindruck vermitteln, was alles zusammenkommt, wenn man tatsächlich in eine Rezession kommt.

Ich denke anfangen sollte man bei den typischen 4 Konjunkturzyklen einer Volkswirtschaft – Aufschwung, Boom, Rezession und Depression. Typische Grafik ist hier immer eine geschwungene Linie oder auch eine Kurve genannt, die ständig Ihre Richtung ändert. Oft spricht man erst von einer Rezession, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorperioden ein Abschwung der Wirtschaft sichtbar wird oder die Wirtschaft stagniert. Oftmals ist sie jedoch schon vorher durch sinkende Börsenkurse erkennbar. Als Indikator für das Wachstum kann dabei das Bruttoinlandsprodukt herangezogen werden. Charakteristische Merkmale einer Rezession sind ein Nachfragerückgang, sinkende Kurse an der Börse, sinkende beziehungsweise stagnierende Löhne, Zinsen und Preise, ein Rückgang der Investitionsbereitschaft, überfüllte Lager, pessimistische Erwartungen über die zukünftige Wirtschaftssituation oder beginnende Kurzarbeit und der Abbau von Überstunden sowie die zunehmende Zahl an Konkursen. Eine Rezession folgt in den meisten Fällen einer Phase von Hochkonjunktur. In ihr werden Unternehmen, die neben den technischen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr überlebensfähig sind, vom Markt aussortiert. Verstärkt sich der in der Rezession vorherrschende Abschwung oder hält die Stagnation der Wirtschaft über einen längeren Zeitraum an, so spricht man von einer Depression

Dies als klassische Erklärung aus den Lehrbüchern. Ein Stichpunkten aufgeführt hat die Phase einer Rezession folgende Merkmale:

  • Abschwächung der Hochkonjunktur
  • Rückgang der Nachfrage
  • pessimistische Prognosen für die Wirtschaft
  • überfüllte Lager, da sich keine Abnehmer finden
  • Abbau von Überstunden bei der Belegschaft und beginnende Kurzarbeit
  • fehlende Investitionen
  • partielle Stilllegung von Produktionsanlagen
  • Preise, Löhne und Zinsen stagnieren oder sinken und
  • Fallende Börsenkurse

Ich würde behaupten bisher haben wir noch nicht mehrere Signale parallel. Die USA erhöht ständig die Zinsen, um dadurch die Wirtschaft bzw. die Investitionen wieder ein Stück weit einzubremsen, die EZB stellt ihr Anleihen Kaufprogramm zum Jahresende ein und stellt die erste Zinserhöhung für 2019 in Aussicht. Außerdem sind die meisten Auftragsbücher voll, welches man aktuell vor allem bei Handwerkern merkt, die man dringend bräuchte. Auch sind alle Weihnachtsmärkte mehr als gut besucht, was für mich auch immer ein Anzeichen der Kauflaune ist.

Daher denke ich sind wir noch weit von einer Rezession entfernt. Was wir aber definitiv haben, die Wirtschaft wächst aktuell nicht mehr so schnell, wie in den Vorjahren und wir haben einige Unsicherheiten an den aktuellen Märkten, woraufhin die Börse stark reagiert und dies auch seit Monaten mittlerweile uns spüren lässt.

Hierbei handelt es sich allerdings um rein meine Meinung und stellt keine offizielle Prognose da. Mich würde daher umso mehr interessieren, wie ihr das seht und dadurch auch auf eure Kaufentscheidungen bei Aktien auswirkt.

5 Kommentare zu „Rezession – doch was ist das überhaupt?

  1. Hallo Chris,
    ich denke wir sehen alle recht volatile Kurse. Tendenz in den letzten Wochen fallend. Tatsache ist dass ich langfristig investiert bleibe aber immer öfters günstige Kaufpositionen findet. Gedanken habe ich mit den steigenden Zinsen von der US FED. Wenn die mal 3% Zinsen mit quasi keinem Risiko bringen – was macht Mister Market? Zweites Bedenken sind die vielen „neuen“ ETF Besitzer – sind das zittrige Sparer die nun bei fallenden Kursem die Nerven schmeißen und verkaufen oder sichere und langfristige Anleger?
    Wir werden es 2019 erfahren – ich wünsche dir frohe Weihnachten 🎄
    Viele Grüße
    Bergfahrten

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Bergfahrten,
      erstmal wünsche ich dir ebenfalls schöne Weihnachten und einen guten Start in 2019! Denke, das ist immer noch das wichtigste 🙂
      Ein wichtiger Punkt, werden die „jungen“ und unerfahrenen Anleger halten oder fluchtartig das Feld wieder verlassen. Ich versuche aktuell still zu halten und Cash zu sammeln. So dass ich in 2019 größere Einzelbeträge ggfs. investieren werde. Langsam gibt es immer mehr interessante Werte die nachgekauft werden wollen 🙂
      Viele Grüße und dir weiterhin alles Gute!
      Chris

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  2. Ich denke, dass wir angesichts einer lange anhaltenden, von den Notenbanken unterstützen Hochkonjunktur, haben wir keine unmittelbare Erinnerung mehr an die Zyklizität der Wirtschaft. Natürlich sind wir weit von einer Rezession weg, doch fühlt sich die leichteste Eintrübung bereits negativ an.
    Die Börsen laufen der tatsächlichen Wirtschaft ja normalerweise 18 bis 24 Monate voran, weshalb die aktuellen Kursrückgänge auch auf eine zukünftige Rezession schließen lassen.
    Das sind zumindest meine 5 cents 😉
    Viele Grüße
    MFF

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    1. Danke dir für deinen Kommentar, den ich so eigentlich unterschreiben kann 🙂
      Solange auch die Wirtschaft in den meisten Länden der EU noch so wackelig ist und die Unterstützung der EZB notwendig ist, wird auch weiterhin Geld in den Markt gepumpt und auch die Zinsen niedrig gelassen. Die Kurse werden volatiler und auch mal wieder in ein „normales“ Fahrwasser übergehen, was auch mal wieder gut tut und uns Einstiegsmöglichkeiten gibt. Eine Rezession denke ich haben wir noch nicht und sollten wir auch hoffentlich nicht bekommen 😉
      Wünsche dir bereits jetzt einen guten Rutsch und auf bald
      Viele Grüße
      FJ

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