Basisrisiken bei der Vermögensanlage

Bisher habe ich immer über meine Dividenden, Aktien und Erfolge geschrieben oder auch über das Sparen und Anlegen im Allgemeinen. Allerdings sollte man hierbei auch nicht unberücksichtigt lassen, dass bei der „spekulativen“ Anlage auch Risiken bestehen. Gerne möchte ich einmal grob aufzeigen, welche Risiken bei der Geldanlage in Aktien entstehen können. Anbei einmal 12 typischen und auch spezielle Risiken:

  1. Konjunkturrisiko: Hier wird die Gefahr von Kursverlusten verstanden, die dadurch entstehen, dass der Anleger die Konjunkturentwicklung nicht oder nicht ausreichend bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigt und dadurch zum falschen Zeitpunkt eine Wertpapieranlage tätigt oder Wertpapiere in einer ungünstigen Konjunkturphase hält.
  2. Inflationsrisiko: Es beschreibt die Gefahr, dass der Anleger infolge einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Dem Risiko unterliegt zum einen der Realwert des vorhanden Vermögens, zum anderen der reale Ertrag, der mit dem Vermögen erwirtschaftet werden soll.
  3. Länderrisiko und Transferrisiko: Hiervon spricht man, wenn ein ausländischer Schuldner trotz eigener Zahlungsfähigkeit auf Grund fehlender Transferfähigkeit und -Bereitschaft seines Sitzlandes seine Zins- und Tilgungsleistungen nicht fristgerecht oder überhaupt nicht leisten kann.
  4. Währungsrisiko: Dabei ist man ausgesetzt, wenn auf eine fremde Währung lautende Wertpapiere hält und der zu Grunde liegende Devisenkurs sinkt. Durch die Aufwertung des Euro (Abwertung der Auslandswährung) verlieren die in Euro bewerteten ausländischen Vermögenspositionen an Wert. Zum Kursrisiko ausländischer Wertpapiere kommt damit das Währungsrisiko hinzu – auch wenn die Papiere an einer deutschen Börse in Euro gehandelt werden. Ebenso sind die Anleger dem Währungsrisiko bei sonstigen Fremdwährungsengagements wie beispielsweise Tages-  und Termingeldern in fremder Währung ausgesetzt.
  5. Liquiditätsrisiko: Die Liquidität einer Kapitalanlage beschreibt die Möglichkeit für den Anleger, seine Vermögenswerte jederzeit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Dies ist üblicherweise dann der Fall, wenn ein Anleger seine Wertpapiere verkaufen kann, ohne dass schon ein durchschnittlich großer Verkaufsauftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt und nur auf deutlich niedrigerem Kursniveau abgewickelt werden kann
  6. Allgemeines Marktrisiko: Bei einer Aktie ist es das Risiko einer Preisänderung, die der allgemeinen Tendenz am Aktienmarkt zuzuschreiben ist und die in keinem direkten Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation des einzelnen Unternehmens steht. Diesem Risiko unterliegen also alle Aktien prinzipiell gleichermaßen. Parallel zum Gesamtmarkt kann demnach der Aktienkurs eines Unternehmens an der Börse sinken, obwohl sich aktuell an der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens nichts geändert hat.
  7. Psychologisches Marktrisiko: Auf die allgemeine Kursentwicklung an der Börse wirken sehr oft irrationale Faktoren ein. Stimmungen, Meinungen und Gerüchte können einen bedeutenden Kursrückgang verursachen, obwohl sich die Ertragslage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen nicht nachteilig verändert haben müssen.
  8. Bonitätsrisiko: Dies ist die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit oder Illiquidität des Schuldners, d.h. eine mögliche, vorübergehende oder endgültige Unfähigkeit zur termingerechten Erfüllung seiner Zins- und/oder Tilgungsverpflichtungen. Alternative Begriffe für das Bonitätsrisiko sind das Schuldner- oder Emittentenrisiko.
  9. Zinsänderungsrisiko/Kursrisiko während der Laufzeit: Eines der zentralen Risiken des verzinslichen Wertpapiers. Schwankungen im Zinsniveau sind am Geld- und Kapitalmarkt an der Tagesordnung und können den Kurswert Ihrer Wertpapiere täglich ändern. Das Zinsänderungsrisiko ergibt sich aus der Ungewissheit über die zukünftigen Veränderungen des Marktzinsniveaus. Der Käufer eines festverzinslichen Wertpapiers ist einem Zinsänderungsrisiko in Form eines Kursverlustes ausgesetzt, wenn das Marktzinsniveau steigt. Dieses Risiko wirkt sich grundsätzlich umso stärker aus, je deutlicher der Marktzinssatz ansteigt, je länger die Restlaufzeit der Anleihe und je niedriger die Nominalverzinsung ist.
  10. Dividendenrisiko: Die Dividende einer Aktie richtet sich maßgeblich nach dem erzielten Gewinn des Unternehmens. In ertragsstarken Jahren kann die Dividende steigen. Bei niedrigen Gewinnen oder bei Verlustsituationen der Gesellschaft kann die Dividende jedoch gekürzt werden oder sogar ganz ausfallen. Wichtig ist immer zu wissen, eine jahrelange ununterbrochene Dividendenzahlung ist keine Garantie für Dividendenerträge in der Zukunft.
  11. Risiko eines Delisting: Durch die Zulassung der Aktien an einer Börse wird die jederzeitige freie Handelbarkeit erheblich gesteigert. In der Regel steht es einer Aktiengesellschaft nach Maßgabe der jeweiligen börsenrechtlichen Bestimmung jedoch offen, die Zulassung ihrer Aktien durch die Börse widerrufen zu lassen. Zwar hat dies keinen unmittelbaren Einfluss auf die Mitgliedschaftsrechte des Aktionärs,. Ist die Aktie jedoch an keiner Börse mehr notiert, kann es sich als außerordentlich schwierig erweisen, die Aktie zu veräußern.
  12. Besondere Risiken bei Real Estate Investment Trusts (REITs): Wenngleich es sich bei REITs in der Regel um Aktiengesellschaften handelt, weisen sie aufgrund ihrer Anlagestrategie ein spezifisches Risiko auf, das dem offener Immobilienfonds vergleichbar ist. Wie offene Immobilienfonds sind REITs einem Ertragsrisiko durch mögliche Leerstände der Objekte ausgesetzt, die sodann zu Ausschüttungskürzungen führen können. Ferner unterliegt der Preis einer REITs-Aktie Schwankungen, die sich aus der Börsennotierung ergeben.

Natürlich gibt es noch viele weitere Risiken, die noch riesige Blogbeiträge befüllen könnten. Ich denke allerdings, dass ich einmal die wichtigsten Risiken aufgezählt habe und einfach mal zum kurzen Nachdenken damit anregen möchte. Es kann immer passieren, dass die Börsen auch wieder runtergehen und dann sollte man wissen worauf man sich eingelassen hat und vielleicht dadurch nicht gleich in Panik verfallen. Man kennt die Risiken und wählt aus diesem Grund auch nur die Wertpapiere aus, denen man auch zutraut eine „Schwächephase“ an der Börse oder gar eine Rezession zu überstehen.

Kennt ihr noch weitere Risiken, die ich nicht aufgeführt habe, dann schreibt sie gerne in den Kommentaren mit dazu.

2 Kommentare zu „Basisrisiken bei der Vermögensanlage

    1. Hi Lukas,
      schöner Artikel von dir. Diversifikation ist ein gutes Stichwort. Wichtig ist, dass wir keine Illusionen aufzeigen und diese auch immer im Hinterkopf behalten, an der Börse kann es ganz schnell in beide Richtungen gehen…
      Viele Grüße
      Chris

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