Vor einer Woche habe ich dann direkt noch meinen 3. Aktienkauf in diesem Jahr getätigt. Nachdem ich bereits bei dem BDC Hercules Capital zugeschlagen habe und dies in dem Artikel 2. Kauf 2026 – Hercules Capital veröffentlicht habe, wurde es Zeit noch meinen weiteren BDC auszubauen. Aktuell preist der Markt das schwierige Umfeld in die Kurse ein, das kann zu Chancen führen. Allerdings sollten auch die Risiken nicht außer acht gelassen werden.
Starten möchte ich den Artikel mit den Hauptgründen für die aktuellen Abschläge bei den Bewertungen:
- Zinssenkungserwartungen: BDC investieren primär in in variabel verzinsliche Kredite, erwartete Zinssenkungen der Fed führen dann automatisch zu geringeren Zinsüberschüssen und somit potentiell auch zu niedrigeren Dividenden – allerdings sind die BDCs hier clever. Die Basisdividende wird eigentlich immer ergänzt um sogenannte Zusatz-/Sonderdividenden. Diese können dann gekürzt werden, ohne dass dies Auswirkungen auf die grundsätzliche Stabilität der Dividenden hat. Deshalb sollte man grundsätzlich auch nur von der Basisdividende ausgehen.
- Höheres Kreditrisiko u. Ausfälle: Es steigt die Sorge vor Kreditausfällen, da viele Kreditnehmer (insbesondere im Kreditbereich) aufgrund der hohen Zinsen unter Druck geraten sind. Könnte sich aber mit den sinkenden Zinsen auch wieder stabilisieren.
- Fällige Schulden: Eine hohe Anzahl von unbesicherten Schulden, die 2026 fällig werden, könnte die Finanzierungsflexibilität der BDCs schwächen.
Dies sind drei von mehreren Risiken, welche aktuell auf den Unternehmen und deren Wert drücken. Trotz dieser Risiken sollte man sich die Unternehmen genauer anschauen und dann für sich bewerten, ob der jeweilige BDC dennoch gut aufgestellt ist. Gerade als langfristiger Investor kann dies dann tatsächlich eine Chance sein – so sehe ich das für mich.
Daher habe ich mir auch den Platzhirsch mit weiteren 100 Anteilen ins Depot geholt. Zu einem Kaufkurs von 16,25 Euro und Gesamtkosten inklusive Gebühren von 1.634,90 Euro habe ich meine Position nochmal weiter ausgeweitet.
Insgesamt besitze ich nun 400 Anteile von Ares Capital Corp. und sollte quartalsweise eine Netto-Dividende von ca. 120-130 Euro erhalten.
Das Investment-Portfolio von Ares Capital erreichte zum Ende des vierten Quartals 2025 einen Fair Value von 29,5 Milliarden $, was einem Anstieg von 10,4 % gegenüber 26,7 Milliarden $ Ende 2024 entspricht. Dieses Wachstum ging mit einer Erhöhung der Anzahl der Portfoliounternehmen von 550 auf 603 einher, was den anhaltenden Fokus des Unternehmens auf Diversifizierung widerspiegelt. Das Management bleibt optimistisch, die Dividende trotz potenzieller Zinsschwankungen beibehalten zu können. Der strategische Fokus des Unternehmens auf Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie auf Transaktionsaktivitäten in den Bereichen Software und spezialisierte Branchen dürfte das Neugeschäft weiter vorantreiben.
Zu den potenziellen Herausforderungen gehören die Zinsvolatilität, die sich auf Finanzierungskosten und Anlagerenditen auswirkt, eine Marktsättigung in bestimmten Branchen, die die Wachstumschancen begrenzt, sowie makroökonomischer Druck, der die Bonität der Kreditnehmer beeinträchtigen könnte. Dennoch deuten der konservative Ansatz von Ares Capital bei der Finanzierung von Unternehmen mit wiederkehrenden Umsätzen und der Fokus auf das Risikomanagement in Verbindung mit der Größe und Marktposition des Unternehmens darauf hin, dass es gut aufgestellt ist, um sich im wandelnden Marktumfeld zu behaupten. Der leichte Anstieg des Net Asset Value pro Aktie und die beibehaltene Dividende belegen die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens trotz der Renditekompression und der realisierten Verluste im Quartal.
Gerade meine schwächeren Quartalsmonate, wie März, Juni, September und Dezember werden mit den beiden Käufen von Hercules Capital und Ares Capital profitieren und weiter aufgewertet werden. Neu werde ich ca. 60 Euro netto extra jedes Quartal in diesem Monaten erhalten. Auf Jahressicht dürften dies dann ca. 240 Euro mehr bedeuten. Gerade weil der US-Dollar im Vergleich zum Euro und zum Vorjahr weiter schwächer ist, muss ein Ausgleich mit zusätzlichen Dividenden erfolgen, ansonsten ist das Nettoergebnis leicht schwächer zu betrachten.
Dies führt mich perfekt zu meinem Buchtipp:
Die 10 Irrtümer der Antikapitalisten: Zur Kritik der Kapitalismuskritik. von Rainer Zitelmann. Nicht mein erstes Buch, welches ich von im empfehle und selbst auch schon gelesen habe. Hierzu passt auch die Beschreibung: An diesem Buch werden sich Kapitalismuskritiker die Zähne ausbeißen. Zitelmann prüft die zehn häufigsten Einwände gegen den Kapitalismus: Kapitalismus führe zu Hunger und Armut, zu steigender Ungleichheit, zu überflüssigem Konsum, zu Umweltzerstörung und Klimawandel. Im Kapitalismus zähle nur der Profit zulasten der Menschlichkeit, im Kapitalismus dominierten Monopole, und die Demokratie werde ausgehöhlt. Zitelmann setzt sich mit jedem dieser Argumente ausführlich auseinander und zeigt: Nicht der Kapitalismus hat versagt, sondern alle antikapitalistischen Experimente der vergangenen 100 Jahre. Dabei argumentiert er nicht theoretisch, sondern wartet mit einer Fülle überraschender Fakten und historischer Tatsachen auf. Der zweite Teil des Buches handelt davon, wie die Menschen in Europa, den USA und Asien zum Kapitalismus stehen. Um das zu erkunden, hat Zitelmann bei dem renommierten Umfrageinstitut Ipsos MORI eine Umfrage in 14 Ländern in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse hier erstmals vorgestellt werden.