Erst Monate keinen Kauf tätigen und jetzt doch kurzfristig erneut zuschlagen. So kann man sich dann der Marktlage entsprechend angepasst, umentscheiden und das wichtigste reagieren können. Wer kein Kapital zur Seite hat, der kann bei vermeintlichen Kaufkursen auch nicht reagieren und kurzfristig zuschlagen. Daher versuche ich immer zweigleisig zu fahren und auf der einen Seite kontinuierlich bei sich ergebenden Chancen zuschlagen, aber auf der andere Seite auch immer entsprechen „Cash“ vorhalten, um dann überhaupt reagieren zu können. Es gibt genügend, die sagen, solange das Geld rumliegt, bringt es auch keine Rendite und deshalb sind sie immer all-in. Kann man so machen, ist aber nicht meine persönliche Philosophie. Ich bin gerade ein wenig flexibel und befinde mich auch noch in der Phase, in der ich investieren sollte, um mein Vermögen noch wachsen und Cashflow sprudeln zu lassen.
Daher nun auch mein 2. Kauf diesen Jahres, welche ich am 16.02.2026 getätigt habe. Die BDC sind seit Anfang des Jahres zurückgekommen und haben mir bei Hercules Capital eine neue Kaufchance ergeben. Gekauft habe ich 140 Anteile zu einem Kurs von 13,84 Euro. Inklusive Gebühren habe ich somit insgesamt 1.951,03 Euro investiert.
Mit dem Nachkauf besitze ich bei Hercules Capital nun 670 Anteile zu einem durchschnittlichen Kurs von 13,75 Euro. Ausgeschüttet wird eine Basisdividende von 40 US-Cent und aktuell zusätzlich 7 US-Cent als individuelle Zusatzdividende. Diese wurde mit den gerade veröffentlichten Zahlen bereits für das komplette Jahr 2026 bestätigt. Bedeutet zusätzlich ein wenig Planunssicherheit.
Pro Quartal sollte ich ca. 190 Euro netto an Dividenden nun vom dem Unternehmen erhalten. Dies bedeutet auf Jahressicht rd. 760 Euro. Eine schöne Ausschüttung und bringt mich wieder einen Schritt näher an mein Jahresziel.
Bei dem Artikel möchte ich aber nochmal auf die aktuellen Risiken bei den BDC eingehen, um diese nicht außer acht zu lassen. Es muss ja einen Grund geben, warum der Kurs von Hercules Capital im Speziellen und bei BDC im Allgemeinen aktuell nachgegeben hat:
Es gibt wie immer mehrere Gründe. Ein Punkt ist der „Software-Crash 2026“. Dieser Abschwung und wirft Fragen zur Ausschüttung und auch Portfolioqualität auf. Im Moment erlebt der Softwaresektor eine Korrektur. Auslöser ist das Thema KI, welche das traditionelle Geschäftsmodell bedroht. Gerade im Hinblick auf Softwarelizenzen. Wer die BDC aber schon länger verfolgt, der erkennt ein Muster (so auch in diversen Artikeln zu lesen). Sobald ein Thema in den Schlagzeilen landet, werden oftmals alle BDC in denselben Topf geworfen, egal ob das Portfolio solide aufgestellt ist oder nicht. Genau hier existieren Chancen. Wichtig aber zu wissen, dass BDC oft Kapitalgeber in Form von Darlehen sind und daher über Zinseinnahmen Erträge erwirtschaften. Nur, weil sich nun der Markt sorgen macht, verdienen die Unternehmen weiterhin Geld und zahlen damit ihre Darlehen und davon profitieren die BDC weiterhin.
Hercules selbst erklärte, bewusst keine Pure-Play-AI oder Rechenzentrum-GPU-Strukturen zu finanzieren und beschrieb die eigenen Kriterien so:
- ARR-Attachment-Punkte unter 1x im Durchschnitt
- historische Kreditlaufzeiten unter 24 Monaten
- Loan-to-Values unter 20%
Dies ist deutlich konservativer als der Marktdurchschnitt für Middle-Market-Softwarekredit, wo typischerweise LTVs von 40-60% Norm sind.
Zusammengefasst kann man sagen, das Management-Feedback ist eindeutig. Die Kreditqualität in den Portfolios ist bislang stabil, und die Equity-Neubewertungen betreffen primär die Sponsoren, nicht die Kreditgeber.
Ein weitere Punkt ist die mögliche Zinswende und die sinkenden Zinsen. Das könnte den BDC ebenfalls sorgen bereiten. Den grundsätzlichen profitieren sie von steigenden Zinsen, welche durchgereicht werden und somit höhere Zinserträge ermöglichen. Stichwort zusätzlich hohe Ausschüttungen von 90% des steuerpflichtigen Nettoeinkommens – denn nur so sind BCD, analog REITs, auch steuerlich begünstigt. Aber ein gut geführter BDC berücksichtigt auch das.
Mein Fazit: Ich werde nie den tiefsten Kurs finden, aber hier wurde mein Einstandskurs wieder erreicht. Da ich von dem Unternehmen überzeugt bin, habe ich mich entschieden nochmal nachzukaufen. Meine weiteren BDC werde ich beobachten und ggfs. auch hier eine zusätzliche Position aufnehmen. Der zusätzliche Charme dabei, die hohen Ausschüttungen (solange sie stabil sind) und der Boost für mein Dividendeneinkommen.
Mein Buchtipp hierzu passend:
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